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Buchtipps der Redaktion
Mein Lieblingsbuch
Unter diesem Motto erscheinen hier ab Dezember 2009 Buchtipps unserer Redaktion.
 
Anne Tyler „Im Krieg und in der Liebe“( Nadia)

"Im Krieg und in der Liebe“…ist bekanntlich alles erlaubt. Dies haben sich wohl auch Michael und Pauline gedacht, als sie sich 1941 kurz nach dem Angriff auf Pearl Harbour in dem Lebensmittelladen von Michaels Familie in Baltimore zum ersten Mal begegnen. Es ist Liebe auf den ersten Blick und was so stürmisch beginnt, kann doch nur zu einer guten Ehe führen- oder etwa nicht?  Michael und Pauline beweisen genau das Gegenteil.

Kurz nach dem die beiden unter Beobachtung der kritischen Nachbarn ein Paar werden, wird Michael in den Krieg eingezogen. Als er kurze Zeit später aufgrund einer Schussverletzung, durch welche er fortan nur noch hinkend durchs Leben geht, zurück kehrt, erfolgt das böse Erwachen- von der rosaroten Brille ist nichts mehr zu spüren: Pauline und Michael stellen sich als Charaktere heraus, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Sie, die abenteuerlustige und lebhafte Extrovertierte. Er, der reservierte und voll und ganz für seinen Laden aufgehende Pragmatiker. Nichtsdestotrotz heiraten sie und vor dem Altar befinden sich zwei Menschen mit Träumen, Wünschen und Bedürfnissen. Die Ehe kommt einem Kriegsfeld nahe, geprägt von ständigen Streitereien, die zeigen, wie nah Liebe und Hass beieinander liegen, und worunter auch ihre drei Kinder leiden müssen. Erst an ihrem dreißigsten Hochzeitstag wird Michael klar, dass er und Pauline so auf die Dauer nicht glücklich werden können, und er entschließt sich dazu, einen neuen Weg einzuschlagen. Dies mag vielleicht das Ende der Liebe, aber noch lange nicht der Schluss des Krieges sein…

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Onkel Toms Hütte ( Nadia)

Buchtipp von Nadia de Vries

Onkel Toms Hütte  von Harriet Beecher Stowe

 

Ein Roman gegen die Sklaverei aus einer Zeit, in welcher der weltweite Sklavenhandel gerade seine Hochphase erlebt? Und dann auch noch geschrieben von einer Frau, welche zu diesem Zeitpunkt zum gesellschaftlich minderwertigen Geschlecht gehört? Es mag vielleicht paradox klingen, aber genau dieser Fall trat im Jahre 1852 ein, als die amerikanische Autorin Harriet Beecher Stowe ihren Weltbestseller Onkel Toms Hütte veröffentlichte. Onkel Toms Hütte erzählt die Geschichte der beiden Sklaven Tom und Eliza.
Die Handlung setzt auf der Shelby Farm in Kentucky ein, auf welcher die hauseigenen Sklaven unter verhältnismäßig milden Konditionen leben. Mr. Shelby, der Besitzer der Farm, jedoch ist hochverschuldet und nun gezwungen, seinen wertvollsten und treuesten Sklaven Tom an den vulgären Sklavenhändler Mr. Haley zu verkaufen. Als die wohlerzogene Sklavin Eliza erfährt, dass Mr. Haley versucht, Mr. Shelby davon zu überzeugen, Elizas Sohn Harry auch noch zu verkaufen, fasst sie einen Entschluss. Geleitet von ihren Muttergefühlen beschließt sie, von der Farm zu fliehen. Obwohl ihr nicht viel Zeit bleibt, lässt sie es sich nicht nehmen, Onkel Tom vor seinem bevorstehenden Unglück zu warnen. Wider Erwarten entscheidet sich der religiöse Protagonist gegen eine Flucht, um so die Existenz der anderen Farmbewohner zu retten. Stattdessen übergibt er sein Schicksal in Gottes Hände und nimmt somit nicht nur Abschied von der Shelby-Farm, sondern auch von seiner Familie und Freunden. Von diesem Moment an verfolgt der Leser abwechselnd die Probleme und Sorgen Onkel Toms und Elizas. Während Eliza den Weg in den freien Norden auf sich nimmt, begleiten wir Tom in den Süden Amerikas, in welchem der Sklavenhandel besonders schlimm ist. Am Ende finden sowohl Eliza als auch Tom ihren Seelenfrieden, jedoch auf ihre ganz eigene Art und Weise.

 

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Zwei an einem Tag ( Marika)

Buchtipp von Marika Gonther

David Nicholls „Zwei an einem Tag“

 

Eine Liebesgeschichte im Laufe der Jahre

Man nehme sich einen Tag aus dem Kalender, beispielsweise den 15. Juli, und verfolge die Geschehnisse in einem Menschenleben im Laufe der Jahre an diesem Tag. Was war am 15. Juli letzten Jahres und vor acht Jahren? Wie wird der 15. Juli in fünf Jahren aussehen?

Genau das hat der Autor David Nicholls getan und anhand des 15. Julis 1988 bis 2007 eine wunderschöne, lustige und bewegende Liebesgeschichte in seinem Roman „Zwei an einem Tag“ erzählt.

Dexter und Emma, beide Anfang zwanzig, lernen sich am 15. Juli 1988 das erste Mal intensiver kennen. Beide haben soeben ihren Abschluss gemacht und nun wartet ein aufregendes Leben auf sie. Er, der lässige Draufgänger, sie, die intelligente Weltverbesserin. An diesem denkwürdigen 15. Juli 1988 landen sie gemeinsam im Bett und beschließen anschließend, beste Freunde zu sein.

Es ist wunderbar und spannend zu sehen, wo die beiden sich ein Jahr später finden. Dexter hat es in die weite Welt verschlagen, er reist viel herum und schreibt seiner Bekannten Emma freundliche Urlaubskarten:„Amsterdam ist IRRE“, „Dublin ROCKT“ oder „VENEDIG TOTAL ABGESOFFEN!!!“. Emma hingegen engagiert sich in einer politischen Theatergruppe und schreibt Dexter lange, ausführliche Briefe.

Bereits jetzt denkt der Leser sich, die beiden müssen sich einfach noch finden. Sie passen so wunderbar zusammen – wie füreinander geschaffen. „Beste Freunde“ scheint hier eine nette Tarnung zu sein für die Anziehungskraft, die von dem jeweils anderen ausgeht.

Doch aus irgendeinem Grund verpassen sie sich immer wieder. Die Jahre ziehen vorbei und der Leser fiebert mit. Mit jedem neuen 15. Juli hofft man mit den beiden, dass sie sich in dem letzten Jahr endlich gefunden haben. Aber es ist wie verhext. Sie entwickeln sich weiter. Er wird TV-Star, sie arbeitet in einem Schnell-Imbiss-Restaurant, später als Lehrerin. Aber ihr Kontakt bleibt – Dex und Em, Em und Dex.

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