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Autoren und Interviews
Björn Kuhligk- Ein bemerkenswerter Lyriker (Vanessa)

bjroernkuhligk-gr.jpgBjörn Kuhligk

Im Rahmen des Internationalen Bremer Literaturfestivals „Poetry on the road“ findet wieder ein Literaturworkshop mit Oberstufenklassen im Wallsaal der Zentralbibliothek statt. Dieses Mal wird ein bemerkenswerter Lyriker die Veranstaltung leiten.

Der 35-Jährige Björn Kuhligk brachte 2009 im Berlin Verlag seinen neuesten Gedichtband „Von der Oberfläche der Erde“ heraus. Dies ist mittlerweile sein fünfter Lyrikband.

Geboren in Berlin, veranstaltete der junge Autor, neben seiner Arbeit als Buchhändler, Mitte der neunziger Jahre eine Lesereihe mit dem Titel „Die Schwarzleserey“. Des Weiteren verlegte er mit Tom Schulz die „edition minotaurus“, und außerdem arbeitete er als Redakteur der Berliner Zeitung für Prosa und Lyrik „lauter niemand“.

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Interview mit Björn Kuhligk vom 04.06.2010 ( Marika, Nadia, Fabian)

Ein Mann, viele Preise, und das in jungen Jahren. Björn Kuhligk erregt in der Welt der Literatur schon seit längerem Aufmerksamkeit und somit auch bei uns. Wir haben den Dichter, Autor und Buchhändler noch mal genauer befragt, zu der Liebe zur Literatur, seinem Stil, Intentionen, Arbeitsweisen und vor allem seinem baldigen Auftritt beim internationalen Literaturfestival „poetry on the road“. Björn Kuhligk, ein Lyriker der ganz besonderen Sorte, im Gespräch:

 

IMG_5718.jpgHerr Kuhligk, im Hinblick auf Ihre Biografie ist auffällig, dass sie schon sehr früh mit Preisen ausgezeichnet wurden. Wann hat Ihre Liebe zur Literatur begonnen, und haben Sie gleich angefangen, sich mit lyrischen Texten auseinanderzusetzen?

Ich habe so im Alter von 15 oder 16 das erste Mal Gedichte geschrieben, wie es wahrscheinlich jeder zweite oder dritte Jugendliche tut. So richtig los ging es dann mit 19/ 20, als ich Zivildienst gemacht habe. Damals war ich in einer bestimmten Situation: Ich war nach Hamburg gegangen, kannte dort niemanden, war plötzlich mit dem Krankenhausalltag beschäftigt, mit sterbenden oder einfach hilflosen Menschen und habe dadurch eines Abends angefangen, ein Gedicht darüber zu schreiben, wie es mir gerade geht. Das war der Anfang.

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Roman Graf: Vita und Auszeichnungen (Fabian)

graf.do.png…und der mit 6000 Euro dotierte Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2010 geht an:

Roman Graf, für sein im Limmat Verlag erschienenes Romandebüt »Herr Blanc«!

Dafür erstmal einen herzlichen Glückwunsch von uns, doch nun zu seiner Person selbst:

Roman Graf wurde 1978 in Winterthur, in der Schweiz geboren. Nach seiner abgeschlossenen Lehre als Forstwart, führte er einige Jahre journalistische Tätigkeiten durch, wie z.B. als Redakteur bei einer Wochenzeitung mit Hintergrundthemen oder als freier Journalist (u.a beim Magazin des Tagesanzeigers). An der Schule für angewandte Linguistik (SAL) in Zürich studierte er Medien/ Publizistik und diplomierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Längere Aufenthalte verbrachte er  in Grenoble, Breslau und Krakau.

Foto: Stefan Kubli

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Interview mit Roman Graf vom 28.1.2010 (geführt von Vanessa, Marika und Nadia)

IMG_5527.jpgHerr Graf, Sie wurden vergangenen Montag mit dem Bremer Förderpreis zum Literaturpreis ausgezeichnet. Haben Sie einen so großen Erfolg Ihres Debütromans Herr Blanc erwartet?

Nein, überhaupt nicht. Also, ich wusste, dass ich nominiert war, aber ich habe es überhaupt nicht erwartet.

Und wie war die Reaktion in Ihrem Umfeld auf diesen Erfolg?

Ja, die haben sich alle gefreut. Ich mich natürlich auch. Es ist immer so eine Sache mit diesen Preisen, da ist sicherlich auch immer Glück dabei. Man weiß glücklicher Weise nicht, wie diese Entscheidungen zustande kommen. Man kriegt nur plötzlich einen, und dann hat man ihn. Das ist schön. Es ist, als würde man im Lotto gewinnen. Wenn man gewinnen will, kriegt man es natürlich nicht. Dann kriegt man doch etwas und ist erst mal erstaunt.  Am Tag danach weiß man dann, dass es wirklich so ist. Eine Woche darauf hat man sich dann fast schon daran gewöhnt (Graf lacht) und weiß, dass man nun Millionär ist.

Sie haben während der Workshops gesagt, dass es wichtig sei, Kritik anzunehmen. Hatten Sie Personen in Ihrem Umfeld, die Sie beim Schreiben Ihres Romans beraten haben?

IMG_5525.jpgJa, ich habe ja am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert. Nach dem ich den Roman fertig geschrieben hatte, habe ich mich an einige Freunde gewandt, die ich noch vom Literaturinstitut kannte. Bei denen wusste ich auch, dass sie gut sind und ich mich auf ihre Kritik verlassen kann, weshalb ich ihnen den Roman gegeben habe.

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Susanne Berkenheger - Literatur mal anders (Nadia)

susanne berkenheger.do.pngDass sich hinter dem Titel „Expedition ins Accountleichenland“ nur eine mehr als interessante Autorin verbergen kann, steht wohl außer Frage. In diesem Fall handelt es sich um die Preisträgerin der vom Virtuellen Bremer Literaturhaus ausgeschriebenen„Bremer Netzresidenz 2009“: Susanne Berkenheger. Geboren wurde die als Journalistin und Autorin tätige Netzkünstlerin 1963 in Stuttgart.

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Interview vom 26.11.09 mit Susanne Berkenheger (Fabian)

Frau Berkenheger, Sie haben schon für die Faz und die Süddeutsche Zeitung geschrieben. Wie sind Sie dann auf die Idee gekommen, Literatur mit Computer bzw. dem Internet zu verbinden?

 

IMG_5363.jpgDas ist eigentlich schon eine ganz alte Geschichte. 1997 war das, ( Berkenheger lacht) , da habe ich noch für die Süddeutsche gearbeitet und hatte die tolle Aufgabe, zwei Zeitungsseiten zu füllen, mit Themen, die es im Internet gab, zu Dachau, also eine Art Lokalseite sollte ich füllen. Damals war das Internet noch total langsam und kostete enorm, da man das damals ja noch nach Minuten abrechnete. Und diese Recherche, um diese zwei Seiten zu füllen, war so enervierend und frustrierend, so dass dann die Idee kam, dass man so „Personen“ hat, die einen praktisch von Seite zu Seite führen, während man durchs Internet surft. Letztendlich sah das, was ich dann gemacht habe, ganz anders aus, aber das war so diese Grundidee.

 

Und sehen Sie das Internet mittlerweile als Zukunft der Literatur oder eher als eine neue Facette an?

 

IMG_5367.jpgEs ist noch gar nicht raus, ob sich die Literatur im Internet so richtig etablieren wird.

Also, ich glaube das nicht. Man muss natürlich auch sehen, wie sich das Internet noch weiter entwickeln wird.

 

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Die Online Literatin- Noch mehr Infos zu Susanne Berkenheger (Fabian)

1963 geboren und groß geworden ist sie in Stuttgart, leben tut sie nun in Berlin. Nach einem Literaturstudium arbeitete Susanne Berkenheger als Autorin und Journalistin für Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Sie bezeichnet sich selbst als „Chatttheaterspielerin“, „Netzkünstelerin“ und „Digitale Territoriumspflegerin“ und das zu Recht. Denn seit 1997 beschäftigt sich Berkenheger mit dem Internet bzw. seinen literarischen Konsequenzen. Sie wurde bekannt mit Browser-basierten Werken, mit denen sie versucht, die Möglichkeiten von Computerprogrammierung mit denen der Literatur zu verbinden. Soll heißen: Nicht nur der Leser agiert sondern auch das Werk selbst. Klingt komisch, ist es auch.

 

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Ein Hauch von Türkei im Herzen Berlins- Yadé Kara ( Ein Beitrag von Nadia)

yade kara.do.png„Selam Berlin“ zu Deutsch „Willkommen Berlin“ heißt der  2003 im Diogenes Verlag erschienene und mit dem  Deutschen Bücherpreis ausgezeichnete Debütroman der 1965 in der Osttürkei geborenen  Yadé  Kara. Er wird als temporeiches Drehbuch in einer Stadt, „welche permanent im Umbruch ist“ charakterisiert- und genau diese Beschreibung passt auch  auf die Autorin, welche für die hochgelobte Wendegeschichte rund um den 19-jährigen Deutsch-Türken Hasan verantwortlich ist. So zog die dreisprachig aufgewachsene  Kara mit fünf Jahren nach Berlin, wo sie auch ihr Abitur machte, und studierte anschließend Anglistik, englische Literatur und Germanistik. Zudem war sie einige Zeit am Berliner Schiller-Theater tätig bevor sie unter anderem in London, Istanbul und Hongkong als Schauspielerin, Lehrerin, Managerin und noch dazu  als Journalistin arbeitete.

 

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Interview mit Yadé Kara vom 23.10.09 ( Ein Beitrag von Vanessa und Marika)

Frau Kara, bei Ihrer Lesung wurde erwähnt, dass Sie auch Schauspielerin waren. Während des Workshops, als die Texte der Schüler besprochen wurden, haben Sie gesagt, eine der Geschichten sei wie ein Drehbuch geschrieben. Wenn Sie selbst schreiben, haben Sie auch eine Art Drehbuch im Kopf? Beziehen Sie Ihre Erfahrungen als Schauspielerin in das Schreiben mit ein?

IMG_5263.jpgWenn man schauspielert, dann steht man ja vor der Kamera. Das Drehbuch schreiben eigentlich andere, andere haben das Drehbuch im Kopf. Man agiert als Schauspieler. Wenn ich schreibe, dann ist es so, dass ich mit dem Ohr schreibe. Ich höre die Figuren reden. Ich denke nicht in Szenen. Zum Beispiel in der erste Szene, da kommt jetzt das und dann in der zweiten Szene passiert dies. Bei mir ist das eher spontan. Ich schreibe ziemlich durcheinander, nicht der Reihenfolge nach, Kapitel eins, zwei und drei, sondern zunächst durcheinander, und wenn ich dann viel Text habe, dann fange ich an zu ordnen: Was passt wohin? Ich denke folglich mehr figurenorientiert, als in Sequenzen oder Drehbuchform, wenn ich schreibe.

Sie sind dreisprachig aufgewachsen. Denken und träumen Sie in allen drei Sprachen gleichermaßen? Oder überwiegt eine Sprache?

Das ist sehr personenabhängig. Es kommt darauf an, von wem ich träume und mit wem ich welche Sprache spreche. Wenn ich von meinen Schulfreunden träume, dann natürlich meistens auf Deutsch. Wenn ich von meinen Großeltern träume, ist es auf Zaza. Wenn ich von meinen Freunden in London träume, mit denen ich wirklich nur Englisch gesprochen habe, natürlich auf Englisch. Also es ist wirklich personenbezogen. Ich würde nicht auf einmal mit einer Freundin aus London in einem Traum Deutsch sprechen. Das geht ja nicht.

IMG_5268.jpgWürden Sie sagen, dass Sie ein anderes Gespür für Sprachen bekommen haben, dadurch dass Sie mit verschiedenen Sprachen aufgewachsen sind?

Später habe ich ja auch noch Englisch gelernt und dann Französisch und in der neunten Klasse Latein. Ich kam zu einem Punkt, an dem ich fünf Sprachen in meinem Alltag hatte. Natürlich hat das Lernen von Sprachen auch viel damit zu tun wie, man veranlagt ist. Man entwickelt schon eine Art Sprachempfinden oder zumindest ein Ohr für Akzente, für Betonungen und man hat ja auch die Möglichkeiten, Sprachen zu vergleichen, wenn man polyglott ist. Aber eine Sache, die vielen Kindern nicht von klein auf bewusst ist, war für mich alltäglich: Und zwar, dass Menschen auf der Welt verschiedene Sprachen sprechen. Ich kannte es schließlich nicht anders.

 

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