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Wenn du
weinen willst und nicht weinen kannst,
wenn du sterben willst und nicht sterben kannst,
wenn du schreien willst und nicht schreien kannst,
weißt du, dass du immer noch schreiben kannst.
Ich schreibe alles auf, weil ich sonst nichts verarbeite,
denn dass Menschen sterben, hat sich wieder bewahrheitet.
Sie gehen von uns und kommen auch nicht wieder,
und das ist der Grund für diese traurigen Lieder
Wenn die Wolken da sind, ist der Schauer nicht weit,
doch wenn Menschen gehen, ist es Trauer, die bleibt,
was noch bleibt, ist der Schmuck, ein wenig Gold,
du schaust es lange an und schluchzt, bis die Träne rollt.
Es ist die Zeit nach dem Tod, die dich fertig macht,
du merkst, dass du ohne diese Menschen nur noch Leere hast.
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Ich habe eine Geschichte zu erzählen, es ist meine. Sie
handelt von einem Mädchen und
dauert ein halbes, junges Leben.
Anfangs waren nur wir hier. Meine Familie und ich. Damals
war ich so unglaublich klein
und eine Ewigkeit später erschienen mir die Dinge nicht mehr
so groß wie damals.
Was sich meinem Blick erschloss, war ein Wald, der sich im
Frühling grün und bunt
erstreckte und die Vögel, die ich über den Winter nie sah,
zwitscherten wieder wie im
Vorjahr. Später dann wurden alle Äste dichter und der Wald
immer saftiger und grüner.
Manchmal verirrten sich ein paar Mücken vom Uferrand zu mir
und jagten sich gegenseitig
und flogen Kreise unter einem klaren Sommerhimmel.
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Sehnsucht
Ich schließe die Augen und greife danach
Strecke die Hände und will es ertasten
Will es berühren und erforschen.
Ich öffne die Lider und alles ist schwarz
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Leseprobe des dritten Kapitels
[...]
Nun war ich ganz alleine zu Hause und ich versuchte mir
einen geeigneten Tagesplan zu machen.
Als ich mein Brot aufgegessen hatte, schaute ich wie viele
Vorräte wir noch hatten.
Für heute würde es auf jeden Fall noch reichen, vielleicht
sogar bis morgen.
Aber ich musste ganz dringend Wasser holen gehen und das
Haus noch einmal durchfegen.
Durch das ganze Ein- und Ausgehen war eine Menge Schmutz
reingetragen worden.
Eigentlich scherte mich das nicht im geringsten, doch ich
wusste dass meine Mutter viel Wert darauf legen würde.
Ich räumte erst den Esstisch auf und säuberte das Geschirr
von den letzten Tagen, das sich schon angehäuft hatte.
Nun war wirklich das letzte Wasser aufgebraucht, dass auch
nur irgendwie einigermaßen sauber war.
Ich holte mir vier Eimer und band diese an unserer Eselin
fest.
Dann führte ich sie hinaus auf die Straße.
Heute war alles um einiges belebter und es gab viele
Grüppchen, die am Rand standen und sich aufgeregt miteinander unterhielten.
[...]
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Geboren
und geschrien.
Nasse
Tränen geweint.
Verängstigt
gesehen.
Geblinzelt
zuerst.
Gesehen
und gefragt,
geflüstert
fromm und schüchtern.
Gelernt
und geglaubt,
gehofft
ganz naiv.
Gewachsen
und gespielt,
die
Rolle des Weisen.
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Sie schreit mich an. Wie immer. Sie steckt sich eine Zigarette in den Mund, zündet sie sich an, geht aus dem Zimmer. Sie ist den Tränen nahe. Wie immer. Schweigen. Stille um mich herum. Es ist eine bedrückende Atmosphäre.
Alles voller Lametta. Firlefanz in Gold, Silber, Rot und Blau. Überall
Sterne. Weihnachtsschmuck. Jedes Haus ist geschmückt. Überall Lichter.
Der Nachbar im Haus gegenüber zündet seine Kerzen am Tannenbaum an. Das
erkenne ich von meinem Zimmer aus, weil er seine Gardinen nicht
zugezogen hat. Dann packt er voller Spannung, voller Überraschung und
voller Freude die Geschenke für seine Kinder unter den Baum. Es sind
nur ein paar. Denn niemand hier in unserer Siedlung hat viel Geld
übrig. Aber er lächelt. Sine Freude ist ihm förmlich ins Gesicht
geschrieben. Neben ihm seine Frau. In einen braunen Pullover
gekuschelt. Sie bewegt sich taktvoll, als würde sie zu einer
Weihnachtsmusik tanzen. Vielleicht Mozart. Vielleicht Diana Krall. Ich
kann es nicht hören, weil die Entfernung zu groß ist. Das deprimiert
mich. Zu gerne wüsste ich, wie es ist. Ein richtig schöner
Weihnachtsabend. Mit köstlichem Essen. Der tollen Atmosphäre mit
Kuschelcharakter. Freude. Festliches. Die Familie. Vielleicht in Decken
gekuschelt.
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Was ist Zeit? Gibt
es dieses Wort in dem Sinne überhaupt? Klar, die Tage, Wochen, Monate, Jahre,
Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende…rasen an uns vorbei. Ungeheuer schnell.
Eh man sich versieht, ist das Jahr vorbei, ein neues beginnt und endet
schließlich auch. Was bleibt, ist der Moment. Ein Moment, in dem man sich
vielleicht auf etwas freut, gespannt auf etwas wartet. Doch von diesen Momenten
gibt es nur wenige. Es ist ein Ablauf. Die Zeit ist auf „Wiederholung“
gestellt. Manchmal habe ich das Gefühl, ich wäre kein Mensch, sondern eine
Illusion, die durch das All schwirrt und immer in völlig unterschiedlichen
Zeiten lebt. Manchmal denke ich, ich wäre unsichtbar.
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Eine verlorene Tugend
Stärke war ihre Tugend.
Doch er betrat die Ebene, gegen
die sie keine Stärke aufzubringen vermochte.
(H.)
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Warum ich dich vergaß
Du fragtest, weshalb ich dich vergesse?
Ich sagte, weil ich sonst zu schmerzlich an dich erinnert würde.
(H.)
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