Willkommen auf unserer Website!

Einem Autor begegnen, ihm Fragen stellen und unter seiner Anleitung selbst kreativ schreiben! Ein Angebot von workshop literatur bremen für junge Leser und kreativ Schreibende zwischen 15 und 20 Jahren in Bremen. Unsere Website informiert alle, die Literatur lieben und produzieren über unsere Aktivitäten, Veranstaltungen und Projekte, stellt in Schülerinterviews Autoren und Partner vor und lädt ein zum Stöbern auf unseren Textseiten mit Gedichten, kurzen Erzählungen und Romanauszügen. Viel Spaß dabei

Unsere letzte Veranstaltung: Laura Freudenthaler

Porträt_FreudenthalerWorkshop mit Laura Freudenthaler, der Förderpreisträgerin des Bremer Literaturpreises 2018

Freitag, 26. Januar 2018, 10.00 – 13.00 Uhr: Workshop für einen Oberstufenkurs in der Zentral Bibliothek, Am Wall 201, im Wall-Saal – jetzt anmelden!

Dienstag, 30. Januar 2018, 11.00 Uhr: exklusive Lesung der Förderpreisträgerin für geladene Oberstufenschüler in der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen, Martinistraße 30

Foto: Victor Ströver, nordsign, Bremen

Den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2018 erhält Laura Freudenthaler für ihren im Literaturverlag Droschl erschienenen Debüt-Roman „Die Königin schweigt“. Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Die Jury begründet die Vergabe:

„Mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises wird Laura Freudenthaler für „Die Königin schweigt“ ausgezeichnet. Ein stiller, konzentrierter Roman, der eine alte Frau, die sich gegen das Erinnern und das Erzählen sperrt, auf ihr von Verlusten bestimmtes Leben zurückblicken lässt. Freudenthaler zeichnet das eindringliche Porträt einer Generation, die ein scheinbar unspektakuläres Dasein führte, in dem sich aber tatsächlich die große Geschichte verbirgt.“

Der Bremer Literaturpreis, der 2018 an Thomas Lehr vergeben wird, sowie der Förderpreis werden am 29. Januar 2018 um 12 Uhr im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger in der Glocke statt.

Weitere Informationen unter: www.ras-stiftung.de

Laura Freudenthaler – Workshop

Geschichten, die nicht passiert sind – Workshop mit Laura Freudenthaler am 26.01.2018 im Wall-Saal der Zentralbibliothek

Die im Workshop entstandenen Texte sind hier nachzulesen

Workshop Freudenthaler_8Am Freitag den 26. Januar war Laura Freudenthaler, die Gewinnerin des Förderpreises Bremen 2018, der zusammen mit dem Bremer Literaturpreis verliehen wird, zu Gast im Wall-Saal der Zentralbibliothek, um die Tradition des alljährlich stattfindenden Workshops Literatur fortzuführen. Die interessierten Schülerinnen und Schülern einer 10. Klasse des Gymnasiums Ritterhude durften mit ihr ins Gespräch kommen, die Zugfahrt nach Bremen hatten sie daher gerne auf sich genommen.

Workshop Freudenthaler_1Nachdem Stephanie Schaefers (Projektleiterin Workshop Literatur Bremen) die Klasse kurz in das Projekt und das Verfahren des Workshops einführte, wurde es auch schon gleich praktisch. Laura Freudenthaler teilte das Kapitel mit dem Titel „Zum Mond“ aus dem Roman „Arme Närrchen“ von Andrea Winkler an die Schüler aus und bat sie, erst einmal alleine zu lesen. Danach las Laura Freudenthaler den Text mit vortragender Stimme laut vor, da man so nochmal einen anderen Eindruck vom Text bekäme. Weiterlesen

Laura Freudenthaler – Workshopergebnisse

Schreibaufgabe 1: Wähle fünf Wörter aus unserer Wörtersammlung, die wir aus der Erzählung „Zum Mond“ erstellt haben und schreibe einen maximal zehn Zeilen langen Text

Die Isolation, der die Astronauten im Himmel auf dem Weg zum Mond ausgeliefert sind, würden viele Menschen als unglaublich einsam bezeichnen.

Doch wie einsam kann man sein, wenn man von den Eindrücken, die in mehreren hunderttausenden von Kilometern entstehen, so sehr beeindruckt ist, dass man voll und ganz abgelenkt ist?

Wird einem fernab der Gewohnheit klar, dass man inmitten der gehetzten und frustrierten Gesellschaft nicht eigentlich viel weniger einsam ist?

(Lara Lenz)

 

Verwendete Wörter: Einsamkeit, Isolation, Mond, Stillstand, Innehalten, Himmel:

Wenn man in den klaren Nachthimmel schaut, um den Mond und die unendlich vielen Sterne in all ihrer Schönheit zu bewundern, ist es, als würde die ganze Welt für einen Moment stillstehen.

Als würde man innehalten, um sich vom Rest der Welt zu isolieren und einen Augenblick das Leben an sich vorbeiziehen lassen.

Wenn man seinen Blick in die unendlichen Weiten des Universums richtet, ist man so umgeben von der Stille, dass man selbst das Blut in seinen Adern pulsieren hören kann. Man überlässt all seine Probleme für einen Moment der Stille und beginnt die Einsamkeit zu genießen.

(Greta Lange)

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Laura Freudenthaler – Interview

Interview_1Laura Freudenthaler, haben Sie ein bestimmtes Konzept beim Bücher schreiben, nach dem Sie vorgehen?

Ja, ich habe immer wieder ein Konzept und das werfe ich dann immer wieder um (lacht).Zunächst beginne ich zu schreiben und weiß noch nicht, wohin es geht. Doch an einem gewissen Punkt, mache ich mir ein Konzept und überlege mir, wie soll nun der Text strukturiert sein. Oft läuft ein Buchprojekt über mehrere Jahre, dementsprechend gibt es auch viele unterschiedliche Konzepte, die sich immer wieder aus dem Text ergeben. Ja, ich habe Konzepte, aber sie sind wohl dazu da, um davon abzuweichen.

Schreiben Sie an bestimmten Orten?

Ich schreibe prinzipiell am Schreibtisch. Ich habe ein spezielles Schreibzimmer, das nicht bei mir zu Hause ist, sondern zu dem ich extra hingehe. Ich habe das seit zwei Jahren und finde es ganz toll, weil ich dort einen besonderen Raum habe.

Interview_2Sie haben also auch feste Arbeitszeiten?

Das ist phasenweise so. In gewissen Phasen bin ich den ganzen Tag im Schreibzimmer, aber ich bin auch noch in anderen Arbeitsfeldern tätig, dementsprechend muss ich meine Tage strukturieren.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Sie erwähnten gerade andere Arbeitsfelder, wie vereinbaren Sie das ‚Kreativ-sein‘ mit den anderen Tätigkeiten?

Es gibt Phasen, in denen ich es so aufteilen muss, dass ich z.B. vormittags schreibe und nachmittags übersetze. Das ist manchmal schwierig, weil ich dann nicht einfach hin und her wechseln kann. Aber momentan schreibe ich nur. Weiterlesen

Laura Freudenthaler – Lesung

Lesung FreudenthalerHier noch einige Eindrücke zur Lesung von Laura Freudenthaler in der ÖVB, Öffentliche Versicherung Bremen, am 30. Januar 2018:

Laura Freudenthaler war guter Laune und bereit zum Lesen.

 

 

Lesung Freudenthaler_1

 

Barbara Lison, Direktorin der Stadtbibliothek Bremen und Geschäftsführerin der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung begrüßte die Schülerinnen und Schüler.

 

Lesung Freudenthaler_2

Laura Freudenthaler beantwortete ausführlich die vielen Fragen der sehr interessierten Schülerinnen und Schüler. Die Wiener Autorin erkärte Details und HIntergrundgedanken zu Ihrem Debütroman. Diese Auskünfte gebe sie nicht bei jeder Lesung, erzählte Freudenthaler, doch das Interesse der jungen Zuhörer und Diskussionspartner habe sie sehr beeindruckt.

Lesung Freudenthaler_4

 

Nach der Lesung: Autorin Laura Freudenthaler mit Frank Müller (Vorstand der ÖVB), Stephanie Schaefers (workshop literatur bremen) und Barbara Lison (Direktorin der Stadtbibliothek Bremen)

 

 

(Fotos: Victor Ströver, nordsign, Bremen)

Laura Freudenthaler – Porträt

Laura-Freudenthaler_porträtLaura Freudenthaler, geboren 1984 in Salzburg, studierte Germanistik, Philosophie und Gender Studies. Die Studien schloss sie 2008 bzw. 2017 an der Universität Wien ab. Sie lebt nach einem Aufenthalt in Frankreich in Wien, arbeitet seit mehreren Jahren in der Austria Presse Agentur (APA) und übersetzt aus dem Französischen ins Deutsche. 2014 veröffentlichte sie mit „Der Schädel von Madeleine“ ihren ersten Erzählband. Ihr Debütroman „Die Königin schweigt“ schaffte es im September und Oktober 2017 auf der ORF-Bestenliste unter die besten zehn. Weitere Arbeiten wurden unter anderem in den Literaturzeitschriften manuskripte, Lichtungen, SALZ, schreibkraft und kolik veröffentlicht.

Publikationen (Auswahl):

  • 2014: Der Schädel von Madeleine: Paargeschichten, Müry Salzmann, Salzburg/Wien/Berlin 2014, ISBN 978-3-99014-091-8
  • 2017: Die Königin schweigt, Roman, Droschl-Verlag, Graz 2017, ISBN 978-3-99059-001-0

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Laura Freudenthaler – Die Königin schweigt

Freudenthaler CoverDunkle Vergangenheitsfahrten

Einst hatte sich Fanny zum Faschingstag ein wunderschönes Königinnenkostüm nähen wollen, doch das Kleid war nicht rechtzeitig fertig geworden. Fanny hatte daher ein einfaches Dirndlkleid getragen, doch die Krone auf dem weißen Spitzenschleier hatte sie als Königin ausgewiesen. Fanny hatte ein prächtiges Faschingsfest ausgerichtet.

Diese und viele weitere Geschichten aus ihrer Vergangenheit erzählte Fanny als Großmutter einst ihrer Enkeltochter, die diese Dorfgeschichten liebte. Gemeinsam entwickelten sie aus der zurückliegenden Realität eine Märchenwelt.

Doch Jahrzehnte später ist die Protagonistin Fanny in Laura Freudenthalers Debütroman „Die Königin schweigt“, dem Titel entsprechend verstummt. An guten Tagen der Gegenwart fühlen sich die Erinnerungen, einzelne vergangene Momente aus Fannys Leben, wie früher an, die hinüberreichen ins Jetzt, weil sie viele Male erlebt worden sind. Wie organische Prozesse laufen die Erinnerungen in Fannys Innerem ab, fast eigenständig und ohne willentliche Steuerung, während ihr Körper äußerlich an Kraft und Kontrolle verliert. Weiterlesen

Workshopergebnisse aus dem Workshop mit Ulrike Almut Sandig am 09.07.2017

Aufgabe: Versetze Dich in das Jahr 2117 und schreibe einen Text darüber. Wenn Du den Text vorträgst, dauert der Vortrag ungefähr zwei Minuten.

Endlich! Ich hatte es geschafft. Ich spürte das Adrenalin durch meine Adern fließen. Mein Atem ging schwer, als ich aus dem rauchenden Apparat stieg, der mich hergebracht hatte. Als ich mich langsam umschaute, konnte ich mir das Lächeln nicht länger verkneifen. Nach all der Zeit, habe ich endlich die Stimmen verstummen lassen, die mir sagten, es sei unmöglich, ich würde es nie schaffen. Natürlich war mein Labor verschwunden. Wo die Computer standen, waren nun Wandschränke und Kommoden. Ein riesiges Bett füllte den restlichen Raum. Zum Glück war niemand im Haus. Mein Erscheinen hätte einiges an Aufsehen erregt. Nun konnte ich in Ruhe den Weg in die Außenwelt finden. Auf den Straßen drängten sich die Menschen. Doch von Autos und Bussen war nichts zu sehen. Das heißt, bis ich einen Blick nach oben riskierte. Die Autos schwebten mühelos über meinem Kopf und ich spürte die summende Energie überall in der Luft. Ein Schatten fiel auf die Stelle an der ich stand. Ein Zug fuhr, oder besser flog, über mich hinweg und versperrte den Blick auf die Sonne.

Als ich mich weiter umschaute lief mir ein Schauer über den Rücken. Ich hatte gehofft, die Menschheit hätte sich nicht verändert in all der Zeit. Sie alle liefen mit steifen Bewegungen an mir vorbei. Keiner sah mich an, die Fremde in ihrer Mitte. Ihr Blick war kalt und glanzlos. Ihre Mienen glichen einer der anderen. Ein Mann stieß mich an. Unsere Schultern prallten aneinander. Ich taumelte zurück und sah ihm hinterher. Meine Hand berührte die Stelle, an der wir zusammengestoßen waren. Obwohl ich an einem heißen Julitag angekommen war, ging von dem Mann keine Wärme aus. Unter seinem Anzug befand sich nichts als harte Kälte.

Erst jetzt hörte ich auch das leise metallene Quietschen, das jeden Schritt der neuen Menschen begleitete.

(Lucie)